Bis auf den letzten Platz gefüllt war das Veranstaltungszentrum Braunau beim St. Josef Herzabend, zu dem die Innere Medizin 1 mit Kardiologie und Herzintensivstation des Krankenhauses St. Josef Braunau Ende Oktober einlud. Rund 500 Besucherinnen und Besucher ließen sich bei der Herz-Gesundheitsstraße durchchecken und hörten den Fachvortrag zu Cholesterin von Univ.-Prof. Prim. Dr. Johann Auer.
„Ich möchte mich bei allen Besucherinnen und Besuchern bedanken, die mit ihrer Teilnahme zu diesem erfolgreichen Abend beigetragen haben“, betont Univ.-Prof. Prim. Dr. Johann Auer, Leiter der Abteilung für Innere Medizin 1 am Krankenhaus St. Josef Braunau, der zum Thema „Cholesterin – Mythen, Lügen, Wahrheit“ referierte. „Das Interesse am Thema Cholesterin ist sehr groß, weil es ein wesentlicher Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist. Mehr als 50 Prozent der Bevölkerung stirbt an diesen Erkrankungen. Wichtig ist zu erkennen, wer ein Risiko in sich trägt und wie man dies am besten reduzieren kann. Ich hoffe, dass ich mit meinem Vortrag die Besucherinnen und Besucher über Cholesterin umfassend informieren konnte und dass ich auch so manche Mythen zu diesem Thema widerlegen konnte.“ Auf besonders großes Interesse stieß bei den Besucherinnen und Besuchern auch die Herz-Gesundheitsstraße, bei der Cholesterin, Puls- und Blutdruck, EKG, Blutzucker und Lipoprotein (a) überprüft werden konnten.
LDL und HDL – „schlechtes“ und „gutes“ Cholesterin
Cholesterin ist eine lebenswichtige fettähnliche Substanz. Es gibt zwei Arten von Cholesterin: das LDL-Cholesterin („schlecht“) und das HDL-Cholesterin („gut“). Das LDL-Cholesterin transportiert Cholesterin von der Leber in den Körper. Ein Überschuss lagert sich an den Gefäßwänden ab und kann zu Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) führen. Der Zielwert für gesunde Erwachsene liegt meist unter 116 mg/dl. Das HDL-Cholesterin transportiert überschüssiges Cholesterin zurück zur Leber, wo es abgebaut wird. Es schützt dadurch die Blutgefäße.
Mythen zu Cholesterin, Anpassungen des Lebensstils & medizinische Therapien
Folgende Mythen standen beim Vortrag von Prof. Prim. Dr. Johann Auer auf dem Prüfstand: „Cholesterin ist grundsätzlich schlecht“, „Das Cholesterin aus dem Frühstücksei bestimmt den Blutwert“ und „Nur übergewichtige Menschen haben hohe Cholesterinwerte“. „Ein dauerhaft stark erhöhter LDL-Cholesterinspiegel gilt in der Medizin als einer der etablierten Risikofaktoren für Arteriosklerose. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen resultiert aber meist aus dem Zusammenspiel mehrerer Faktoren: Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes, Bewegungsmangel und genetische Veranlagung“, erklärt Prof. Prim. Dr. Johann Auer, der auch aufzeigte, welche Anpassungen des Lebensstils helfen und welche medizinischen Therapien zum Einsatz kommen, um das Herz-Kreislauf-Risiko zu senken. Sein Fazit: Cholesterin ist ein essenzieller Baustein des Körpers, kein reines „Gift“. Die Pauschalisierung „Ernährung ist an allem schuld“ greift zu kurz; Genetik und Fettqualität spielen eine wesentliche Rolle. Und die Bewertung von Cholesterinwerten sollte immer individuell und im Kontext des gesamten gesundheitlichen Risikoprofils durch medizinisches Fachpersonal erfolgen.






